Mit diesen organisatorischen Tipps holen Sie mehr aus ihren Daten heraus.

Daten werden in Technologien, wie beispielsweise Softwares, erfasst und gespeichert. Dementsprechend werden sie oft aus einer technischen Perspektive betrachtet. Damit der Umgang mit Daten jedoch gelingt, ist die Betrachtung aus einer organisatorischen Perspektive ein wichtiger Bestandteil um Beispielsweise «data driven» zu sein.

 

Ein Unternehmen kann auf sehr einfache Art und Weise in zwei Ebenen unterteilt werden. Die organisatorische Ebene fasst zusammen, wie die Menschen darin arbeiten, woran sie sich orientieren und welche formellen und informellen Regeln oder Rahmenbedingungen gelten. Die technologische Ebene fasst zusammen, welche Technologien eingesetzt und vernetzt werden oder welche Daten wie und wo gespeichert werden. Damit aus Daten auch team- oder abteilungsübergreifender Mehrwert entsteht, sollten nicht nur die Silos aus technologischer, sondern auch aus organisatorischer Perspektive reduziert werden.

Daten schaffen Transparenz

Daten wirken sich implizit auf Unternehmen aus, in dem sie beispielsweise Transparenz schaffen. Implizit heisst in diesem Kontext, dass es sich eher um einen schleichenden Prozess, ohne strategische oder konzeptionelle Grundlagen, handelt. Früher war die Logik - und dementsprechend die Entscheidungshoheit - hierarchisch geregelt und als Mitarbeiter:in hatte man ohne passende Informationen nur wenig Möglichkeiten, diese fundiert oder objektiv in Frage zu stellen. Mit dem Vorhandensein von Daten verändert sich dies drastisch. So können sich Mitarbeitende selbst ein Bild über den Status Quo, mögliche Entwicklungen oder Erfolge und Misserfolge schaffen. Entsprechend sind Daten, sofern sie zugänglich sind, auch ein Treiber für eine offene Kultur in einzelnen Abteilungen oder in der Organisation als Ganzes. Gegenteilig könnte man daher auch annehmen, dass, wenn Daten zurückgehalten werden, nicht zugänglich sind oder keinen Platz in Diskussionen finden, es eher Machtorientierte- und erhaltende Prozesse sind.

Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass die Aussage von offenen oder hierarchischen Strukturen und Kulturen unserer Seite nicht wertend ist. Veränderungen sind einfacher beschrieben als vollzogen und solange die Kultur und Anstellungsbedingungen für die Mitarbeitenden passen, sind unterschiedliche ausprägungen von Kulturen und Strukturen, inklusive deren Konsequenzen, stets legitim.

Die aus den vorhandenen Daten resultierende Transparenz oder die Verfügbarkeit von Informationen für Mitarbeitende, können klassische Führungsstile heraus- bzw. gar überfordern. Denn wenn Mitarbeitende aufgrund der Daten die Möglichkeit haben, eigene Einschätzungen zu Entwicklungen, Erfolgen und Misserfolgen zu entwickeln, können die Entscheidungen von Vorgesetzten nachvollziehbar angezweifelt werden. Dementsprechend werden Unternehmen, die Daten als wichtigen Bestandteil ihres Erfolges erachten, auch die passenden Führungskultur etablieren müssen. Daten können aus Führungsperspektive als zusätzliche Arbeitskraft verstanden werden, denn sie benötigen Aufmerksamkeit, sollen gefördert werden und bringen neue Perspektiven.

“Data-driven”, was bedeutet das?

In den heutigen “data-driven” Zeiten ist davon auszugehen, dass den Daten eine immer höhere Relevanz, bis hin zu einer unabdingbaren Abhängigkeit, zugeschrieben wird. Damit dieses Zusammenspiel gelingt, empfiehlt sich, organisatorische Rahmenbedingungen zu schaffen oder weiterzuentwickeln. Ansonsten stehen die Chancen gut, dass zwar Silos in den Technologien abgebaut, hingegen in der Organisation aufgebaut werden. Mit den organisatorischen Massnahmen oder Rahmenbedingungen sind keine grundlegenden Change-Prozesse, sondern vielmehr kleine und smarte Schritte gemeint:

z.B. Gemeinsame Priorisierung von relevanten Daten
z.B. Erhebung der Anforderungen und Erwartungen von Anspruchsgruppen
z.B. Ergebnisoffener und kreativer Austausch zum Potenzial der Daten
z.B. Regelmässige Kommunikation neuer Erkenntnisse
z.B. Etablierung einiger Regeln im Umgang mit Daten
z.B. Kleines Glossar zu den relevanten Daten für ein besseres Verständnis

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Strategie oder “einfach mal machen”?

Obschon es verschiedene Wege gibt, führt schlussendlich keiner an der strategischen Ebene vorbei. Dies hängt stark davon ab, wie Unternehmen ihre Daten aktuell nutzen. Unternehmen mit einer tiefen Maturität im Umgang mit ihren Daten, brauchen keine Strategie, die sie von Heute auf Morgen “data-driven” macht. Hier hilft es bereits, die Datenqualität erstmal zu thematisieren, deren Relevanz und Vergleichswerte aufzuzeigen.

Daten sind dabei selten die Strategie oder das Ziel selbst. Sie sind vielmehr ein Werkzeug, das diese unterstützt. Wenn Daten eine tragende Rolle spielen, sollten sie auf strategischer Ebene bearbeitet werden. So können unter Anderem organisatorische Silos besser reduziert oder neu gezeichnet werden. Natürlich spielt hier der technologische Aspekt der Daten eine ebenso zentrale Rolle - insbesondere mit den veränderten Datenschutzgesetzen (DSG), welche ab dem 3. Quartal 2023 gelten.

Klaus Oberholzer Senior Consultant und Mitglied der Geschäftsleitung  bei Oberholzer Online Marketing
Autor des Beitrags

Klaus Oberholzer schreibt Beiträge zu den Themen Organisationsentwicklung, Strategieprozesse und wie der Übergang von heute ins Morgen gelingt.

 

klaus@oberholzerkb.ch

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