Infografik: Kantonsrat Wahlen Luzern

OFFIZIELLE PRESSEMITTEILUNG DER MEDIA-WORK GMBH

Die Studie zu den Luzerner Kantonsratswahlen zeigt: die Stadtluzerner Politikerinnen und Politiker halten sich im Internet vornehm zurück. Nur 24 der 189 Kandidierenden des Wahlkreises Luzern haben eine eigene Website.

Es herrscht Endspurt im Wahlkampf im Kanton Luzern. Nur noch wenige Tage, dann steht fest, wer den Sprung in den 120-köpfigen Kantonsrat geschafft hat. Schon heute steht fest, dass sich der Wahlkampf im Wahlkreis Luzern nur zu einem kleinen Teil im Internet abgespielt hat. Dies ergab eine Erhebung, die von der Oberholzer Online Marketing GmbH zusammen mit der Agentur media-work GmbH durchgeführt wurde. Die Studie zeigt auf, dass im Bereich der politischen Werbung im Internet noch sehr viel Potenzial brach liegt.

Laut der Erhebung haben nur 12 Prozent der Kandidierenden des Wahlkreis Luzern eine eigene Homepage. Und dies obwohl eine Website deutlich mehr Platz bietet, um eine politische Botschaft an die Wählerinnen und Wähler zu bringen als ein simples Wahlplakat. Auch bei den Sozialen Medien gibt es viel Luft nach oben. Facebook, Twitter und Co. wurden im Wahlkampf mit Zurückhaltung eingesetzt. Von den 189 Kandidierenden des Wahlkreis Luzern sind zwar mehr als die Hälfte mit einem persönlichen Profil auf Facebook vertreten, aber nur 13 Prozent haben als Politikerin oder Politiker eine offizielle Facebook Seite. Am aktivsten auf Facebook postet der BDP-Kandidat Denis Kläfiger. Er hat seit Beginn des Wahlkampfs am 2. Februar insgesamt 38 Beiträge auf seiner offiziellen Politikerseite gepostet. Die meisten Interaktionen (Likes, Kommentare und Shares) hatte Andreas Moser (FDP). Seine Beiträge wurden insgesamt 739-mal geliked, kommentiert und geteilt.
Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sind 34 der 189 Kandidierenden aktiv. Davon haben 26 weniger als 100 Follower und nur 3 mehr als 400 Follower (David Roth (SP): 4129 Follower, Maurus Zeier (FDP): 1561 Follower; Irina Studhalter (Junge Grüne): 482 Follower).
Für die Erhebung hat die Oberholzer Online Marketing Gmbh die Onlineaktivitäten der 189 Kandidierenden für den Kantonsrat des Wahlkreis Luzern vom 2. Februar 2015 bis am 18. März 2015 unter die Lupe genommen. Diese buhlen am 29. März um 25 Sitze.

 

FAZIT OBERHOLZER

Nachdem in unseren Briefkasten kiloweise Flyer, Leporellos und Parteizeitungen eingeworfen wurden, nahm es mich persönlich Wunder, wie denn die Kandidierenden des Wahlkreises Stadt Luzern im Web abschneiden. Aus diesem Grund haben wir per 18. März die Aktivitäten des Wahlkampfs vom 2. Februar bis und mit 18. März von Hand ausgewertet.
Als Online Marketer stören mich Offline Kampagnen eigentlich nicht. Im Gegenteil, ich bin der Überzeugung, dass Online und Offline (je nach Branche mehr oder weniger) Hand in Hand laufen sollten. Aber die Flut an Papier und Plakaten mit nichtsaussagenden Aussagen wie “Weniger SIP – Mehr Polizei” bilden meines Erachtens keine Entscheidungsgrundlagen sondern polarisieren lediglich, ohne dass noch weitere Informationen folgen.

WARUM ONLINE

Im Internet haben wir Platz, dieser ist sogar günstiger und er ist für geschätzte 95% der Zentralschweizer mit Internetanschluss auch zugänglich. Als Politiker oder auch als Partei stehe ich für Anliegen ein und will etwas verändern. Aus diesem Grund will ich ja meinen potenziellen Wählern auch eine Entscheidungsgrundlage bieten, damit mich diese wählen. Der Slogan, wie z.B. “mehr Kultur” ist natürlich heroisch und trifft eine gewisse Zielgruppe ins Herz – aber interessiert mich doch was genau das Problem ist und welche Strategien hier zum Erfolg führen. Hier bieten sich deshalb Blogbeiträge an, die den offline Wahlkampf weiterführen und gar verbinden.

DIE ZIELGRUPPE

“Die Zielgruppe erreiche ich nicht über das Internet”. Mag sein, dass bewährte Strategien bis an hin von Erfolg gekrönt waren und man das Internet ausblenden konnte. Mag auch sein, dass die Digital Natives oder Immigrants nicht wählen gehen. Positiv formuliert: Hier ist also das grösste Potenzial vorhanden. In der Wirtschaft sprechen wir darüber, dass wir uns der Sprache und dem Medium der Zielgruppe anpassen, damit diese unsere Leistungen oder Produkte erwirbt. Dies müsste natürlich auch in der Politik passieren und zwar mit einer Strategie – ohne Strategie bringt dieser Versuch kaum Bindung an ein Anliegen, an Politiker oder eine Partei.

 

MEINE EMPFEHLUNG

Meine Empfehlung an die Politiker: Nützt den Raum im Internet und setzt euch mit Text, Bildern und Videos für eure Anliegen ein. Wenn diese Relevant sind – werden sie auch auf Interesse und Engagement stossen. Uns fehlt allen die Zeit regelmässig zu bloggen, daher kann man sich ja auch zusammentun – zu gemeinsamen Themen, Wahlen oder Parteizugehörigkeit. Aber akzeptiert, dass das Internet in der Entscheidungsbildung eine zentrale Rolle spielt, vielleicht nicht heute, aber sicherlich morgen. Die erste Partei oder Politiker, die respektive der dies versteht und umsetzt wird dabei eine führende und erfolgreiche Rolle spielen.

Klaus Oberholzer

Bei Fragen oder Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung